Verwenden von alternativen Zuständen für vergleichende Analysen

Wenn Sie vergleichende Analysen durchführen möchten, können Sie alternative Zustände in Qlik Sense einsetzen. Mit alternativen Zuständen können Sie unterschiedliche Auswahlen für dieselbe Dimension vornehmen und sie in einer einzelnen Visualisierung oder in zwei oder mehr Visualisierungen nebeneinander vergleichen.

Sie haben zwei verschiedene Möglichkeiten für den Einsatz von alternativen Zuständen in Visualisierungen:

  • Anwenden eines Zustands auf die Visualisierung. Damit wird die Auswahl der Visualisierung mit der Auswahl des Zustands verbunden.
  • Verwenden von Zuständen in der Auswahlformel einer Kennzahl. Dies ist hilfreich, um Kennzahlwerte unterschiedlicher Zustände zu vergleichen.

Erstellen von alternativen Zuständen

Sie können einen neuen alternativen Zustand unter Alternative Zustände in Master-Elemente erstellen:

  1. Wählen Sie Neu erstellen aus.
  2. Geben Sie einen Namen für den neuen Zustand an. Es gibt einige Beschränkungen für die Benennung:

    • $, 0 oder 1 dürfen nicht als Zustandsname verwendet werden.
    • Verwenden Sie keinen Zustandsnamen, der mit $ oder $_, gefolgt von einer Zahl, beginnt, z. B. $3.
    • Verwenden Sie keinen Zustandsnamen, der bereits als Name für ein Lesezeichen verwendet wurde.

Sie haben jetzt einen neuen alternativen Zustand erstellt, mit dem Sie vergleichende Analysen durchführen können. Normalerweise würden Sie noch einen neuen Zustand erstellen, um die beiden Zustände zu vergleichen.

Anwenden von alternativen Zuständen auf Arbeitsblätter und Visualisierungen

Sie können einen Zustand auf eine Visualisierung oder ein Arbeitsblatt anwenden. Wenn Sie einen Zustand auf ein Arbeitsblatt anwenden, übernehmen alle Visualisierungen des Arbeitsblatts den Zustand, sofern Sie nicht einen anderen Zustand auf eine bestimmte Visualisierung anwenden. Wenn Sie einen Zustand auf eine Visualisierung anwenden, gibt sie die im Zustand vorgenommenen Auswahlen wieder. Alle Auswahlen, die Sie vornehmen, werden auf den Zustand angewendet und in anderen Visualisierungen wiedergegeben, auf die derselbe Zustand angewendet wurde.

Am einfachsten wenden Sie einen alternativen Zustand an, indem Sie ihn auf einem Arbeitsblatt oder einer Visualisierung ablegen und dann Zustand anwenden auswählen.

Sie können einen alternativen Zustand auch mit der Einstellung Zustand im Eigenschaftsfenster anwenden:

  • Für ein Arbeitsblatt finden Sie die Einstellung unter Alternative Zustände.
  • Für eine Visualisierung finden Sie die Einstellung unter Darstellung > Alternative Zustände.

Sie können Folgendes auswählen:

  • Jeden alternativen Zustand, der in Master-Elemente definiert ist.
  • <übernommen>: in diesem Fall wird der für das Arbeitsblatt definierte Zustand verwendet.
  • <Standardzustand>: stellt den Zustand dar, wenn kein alternativer Zustand angewendet wurde.

Verwenden von alternativen Zuständen in Visualisierungen

Zusätzlich zur Anwendung eines Zustands auf eine Visualisierung können Sie alternative Zustände auch in der Auswahlformel einer Kennzahl verwenden. Dies ist hilfreich, wenn Sie Kennzahlwerte für verschiedene Dimensionsauswahlen nebeneinander vergleichen möchten.

Sie können den alternativen Zustand als Identifikator in der Auswahlformel festlegen. Wenn Sie die Kennzahl Sum(Sales) in Ihrer Visualisierung, z. B. einem Balkendiagramm, mit einem Zustand namens Group1 verwenden möchten, können Sie die folgende Formel als Kennzahl verwenden:

Sum({Group1}Sales)

Für den Vergleich mit einem anderen Zustand namens Group2 können Sie eine weitere Kennzahl mit der Formel Sum({Group2}Sales) erstellen.

Im Balkendiagramm werden jetzt Umsätze für die Auswahl in Group1 neben den Umsätzen für Group2 angezeigt.

Weitere Informationen zu Auswahlformeln finden Sie unter Set analysis and set expressions.

Abrufen von Informationen zur Auswahl eines alternativen Zustands

Die Auswahlen verschiedener Zustände werden in der Auswahlstatusleiste angezeigt.

Weitere Informationen finden Sie unter Untersuchen mit Auswahlen.

Unter Umständen möchten Sie auch die Möglichkeit haben, Angaben zu Art und Anzahl von Auswahlen in einem alternativen Zustand in Bezeichnungen oder Titeln von Visualisierungen zu verwenden. Sie können die folgenden Diagrammfunktionen mit dem Parameter state_name verwenden, um Auswahlen zurückzugeben, die mit dem angegebenen Zustandsnamen verknüpft sind:

Beschränkungen

Visualisierungen können nicht zu Master-Elementen hinzugefügt werden, wenn der Zustand der Visualisierung auf einen anderen Wert als <übernommen> festgelegt wurde.

Vergleichende Analyse − Beispiel

In diesem Beispiel möchten wir in der Lage sein, die Umsatzzahlen von Produktlinien für verschiedene Auswahlen von Vertriebsregionen zu vergleichen. Wir möchten die Regionen für den Vergleich dynamisch auswählen, entweder als einzelne Regionen oder als Kombination von Regionen.

Datensatz und App

Wenn Sie diesem Beispiel folgen möchten, müssen Sie Qlik Sense Tutorial - Aufbau einer App herunterladen, um den Datensatz zu erhalten. Nach Abschluss des Tutorials können Sie die von Ihnen erstellte App verwenden. Anderenfalls müssen Sie eine App erstellen, alle sechs Datendateien im Ordner Tutorials source hinzufügen und sie mithilfe von automatischen Empfehlungen im Datenmanager verknüpfen.

Tutorial - Aufbau einer App

Alternative Zustände erstellen

Für dieses Beispiel benötigen wir zwei alternative Zustände. In Master-Elemente > Alternative Zustände:

  1. Erstellen Sie einen neuen Zustand namens Group 1.
  2. Erstellen Sie einen neuen Zustand namens Group 2.

Sie haben jetzt die beiden alternativen Zustände erstellt, die in diesem Beispiel benötigt werden.

Filterfenster für die Auswahl erstellen

  1. Fügen Sie ein Filterfenster mit dem Feld Region hinzu.
  2. Ändern Sie die Bezeichnung des Filterfensters in =StateName(). Dadurch lassen sie sich leichter voneinander unterscheiden, da der Zustand nicht im Filterfenster angegeben ist. Die Funktion StateName() gibt den Zustand zurück, der auf die Funktion angewendet wird.
  3. Legen Sie den Zustand Group 1 im Filterfenster ab und wählen Sie Zustand anwenden aus.
  4. Fügen Sie ein weiteres Filterfenster mit dem Feld Region hinzu.
  5. Ändern Sie die Bezeichnung des zweiten Filterfensters in =StateName().
  6. Legen Sie den Zustand Group 2 im zweiten Filterfenster ab und wählen Sie Zustand anwenden aus.

Sie haben jetzt die beiden Filterfenster erstellt, mit denen jeweils die Auswahlen der beiden Zustände kontrolliert werden. Wenn Sie im Filterfenster Group 1 eine Auswahl vornehmen, wird diese Auswahl auf den Zustand Group 1 angewendet und dies wird in allen Visualisierungen wiedergegeben, die mit diesem Zustand verknüpft sind.

Balkendiagramm für eine Analyse erstellen

  1. Erstellen Sie eine Master-Element-Kennzahl mit dem Namen Group1Sales.

    Legen Sie die Formel auf Sum({[Group 1]}[Sales]) fest.

    Diese Formel addiert die Umsätze für alle Auswahlen im Zustand Group 1.

    Legen Sie die Bezeichnungsformel auf 'Sales '&GetCurrentSelections(chr(13)&chr(10), '=', ',' ,9,'Group 1') fest.

    Eine Bezeichnungsformel wird verwendet, um statt der Standardbezeichnung die aktuelle Auswahl des Zustands als Bezeichnung im Diagramm anzeigen zu können.

  2. Erstellen Sie eine weitere Master-Element-Kennzahl mit dem Namen Group2Sales.

    Legen Sie die Formel auf Sum({[Group 2]}[Sales]) fest.

    Legen Sie die Bezeichnungsformel auf 'Sales '&GetCurrentSelections(chr(13)&chr(10), '=', ',' ,9,'Group 2') fest.

  3. Fügen Sie ein Balkendiagramm zum Arbeitsblatt hinzu.
  4. Legen Sie das Feld Produktlinie als Dimension fest.
  5. Fügen Sie die Kennzahlen Group1Sales und Group2Sales hinzu.

Sie haben jetzt ein Balkendiagramm erstellt, das die Umsätze nach Produktlinie für die beiden Regionsgruppen zeigt, die in den Filiterfenstern ausgewählt wurden. Wenn Sie in einem der Filterfenster eine neue Auswahl vornehmen, ändert sich der entsprechende Kennzahlwert gemäß der neuen Auswahl.

Entdecken

Sie können nun Auswahlen in Group 1 und Group 2 vornehmen und die Ergebnisse der ausgewählten Kombinationen von Regionen im Balkendiagramm ansehen.